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Das lockere Bindegewebe-die extrazelluläre Matrix

Lockeres Bindegewebe- ein Tausendsassa

Es hat viele verschiedene Namen und eine noch viel größere Bedeutung für uns. In der Medizin hat das lockere Bindegewebe bisher keine große Bedeutung erlangt, was sehr verwunderlich ist, denn in ihm finden lebenswichtige Prozesse statt. Andererseits ist es eben nicht anatomisch begreifbar, zeichnerisch darstellbar, einzeln extrahierbar wie z.B. ein Organ.

Die Tragweite dieser Spezialeinheit im Körper ist für die Natur des Menschen grundlegend, denn es verbindet unsere Außenwelt übergangslos mit unserer Innenwelt! Wie passiert das? Durch die im Fasziengewebe eingebetteten Rezeptoren, unter anderem den freien Nervenendigungen. Die sind wiederum über das Rückenmark und den Thalamus mit der Großhirnrinde verschaltet und machen eine wahrnehmbare "Meldung" für unsere Sinne. Die Faszienforschung Ulm nennt das Fasziennetz deshalb auch "unser größtes Sinnesorgan".

Eins ist diesem "Gewebe" gewiss: seine unspektakuläre Erscheinungsform, das auf der Schwelle von Gel zu Gewebe ist, täuscht in seinem unspektakulären Auftreten darüber hinweg, dass seine Wirkweise und seine Aufgaben jedoch umso spektakulärer ausfallen!

Die wichtigsten Bestandteile des lockeren Bindegewebes sehen Sie hier auf der Zeichnung. Die eigentlichen Faszien-Fibrillen Kollagen und Elastin sind dort locker und vereinzelt zu finden, bzw.. bilden lockere Matten. Auf bestimmte Reize hin können sie sich als leichte Fasermatte verdichten oder diese auch wieder auflösen. Das ist der Effekt, den ich bei den manuellen Behandlungen anfache, damit sich die Verfestigungen auflösen, genauer gesagt wegknabbern von körpereigenen Fresszellen. Das intensiviert der Kunde noch durch die leichten Übungen, die ich ihm zeige. Das ist eine Nachsorge und extrem wichtig.

Insgesamt ist im lockeren Bindegewebe richtig was los, denn dort werden in jeder Sekunde nicht nur Faszienfasern auf-, ab-, und umgebaut, sondern auch viele andere Stoffe wie z.B. Nähr- und Botenstoffe tansportiert, sowie Schlackestoffe und Abbauprodukte abtransportiert. Dr. Hartmut Heine nannte in seinem umfangreichen Fachbuch über die Extrazelluläre Matrix diese Ebene des Körpers auch die Drehscheibe des Stoffwechsels. Hier entscheidet auch, wie stabil und effektiv z.B. das Immunsystem ist. In einem gesunden Bindegewebe liegt also ein sehr großer Schatz, den es zu pflegen gilt, wollen wir unsere naturgegebene Abwehrkraft nutzen und erhalten. Von mir gibt es auch spezielle Entschlackungsbehandlungen und Empfehlungen für die passende Ernährung.

Im Ayurveda war dieses lockere Bindegewebe, oder auch Zellzwischenraumsubstanz genannt, s.unten, schon vor vielen tausend Jahren bekannt, nämlich als sog. Shrotas. Eine überaus komplexe Behandlung (Panchakarma-Kur) wurde dafür verabreicht, um dieses wieder auf Trab zu bringen. Sie besteht aus  Anwendungen mit Entgiftungsmassagen, Kräutern, Ernährungsumstellung, Körperübungen und Meditation. Damals wusste man bereits um die immense Bedeutung. Ist dieses "Gewebe" verschlackt oder eingeschränkt, verliert man nicht nur Abwehrkraft, sondern die Körperzellen werden auch nicht vollständig versorgt bzw. deren Abbauprodukte nicht genügend entsorgt. Das macht Staus im Körper, allen voran in den Beinen. Sind die Shrotas hingegen klar und aufgeräumt, können sie uns dienlich sein für eine gesunde Stoffwechsel- und Immunlage UND Stimmung! Denn verschlacktes, lockeres Bindegewebe kann nicht nur zusätzlcih entzündlich reagieren, sondern auch auf die Stimmung schlagen, es ist, als wenn man im Nebel steckt. Eine psychische Komponente hat es also auch, und wie!

Kleiner Hinweis auf die vielen verschiedenen Synonyme:

  • Lockeres Bindegewebe

  • Extrazelluläre Matrix (EZM)

  • Grundsubstanz

  • Zellzwischenräume, Zellzwischenraumsubstanz

  • Interstitium

  • ayurvedisch: Shrotas

Die Namen deuten schon darauf hin: es geht um den Raum zwischen den eigentlichen Körperbestandteilen und im Kleineren um den Raum zwischen den einzelnen Zellen. Da es -wie erwähnt- hauptsächlich gelförmig ist, füllt es alle Körperspalten aus und durchdringt auch Strukturen wie die der strafferen Bindegewebe, Organe und Muskeln. Je näher man das betrachtet, um so "offener" und "ineinanderübergehender" sind die Strukturen, sie bilden eher ein Kontinuum für Interaktionen, als klar abgegrenzte Bereiche. Vom Groben zum Feinen gestaltet sich das wie ein Fraktal.

Die wichtigsten Funktionen des lockeren Bindegewebes unterscheiden sich von den Funktionen der strafferen Bindegwebe und sind unter anderem:

  • Freies Gleiten der benachbarten, festeren Strukturen wie Organe, Muskeln, Knochen und straffere Bindegewebe

  • Stoffwechsel

  • Bildung von "Depots" für Schlackestoffe, Zelltrümmer, Medikamente etc., wenn sie nicht lymphgängig sind oder Venensystem und Niere überlastet sind. Erste Anzeichen für einen verschleppten Reinigungsprozess sind erst mal sehr subtiler Natur: Unwohlsein, das Gefühl „verklebt“ zu sein, aber auch Verstimmungen. Wird diese Situation chronisch, können Entzündungsprozesse jeglicher Art entfacht werden.

  • Wahrnehmung und Reizverarbeitung  Und so läuft es ab: die Art des Kontakts, den wir mit unserer Außenwelt haben, wird über das Bindegewebe an unsere feinen Antennen der Innenwelt weitergeleitet. Dabei helfen uns über 20 Rezeptoren-Arten, auch freie Nervenendigungen, die wie Antennen im Bindegwebe eingebaut sind. Je nach Qualität der Berührung reagiert das lockere Bindegewebe mit einer Kaskade an elektromagnetischen Impulsen, die unablässig über die Ganglien, das Rückenmark und den Thalamus an unsere Gehirnareale zur Reizverarbeitung weitergeleitet werden. Dort wird es in eine Sinneswahrnehmung „übersetzt“ und für uns fühlbar gemacht. Man bezeichnet in der Faszienforschung deshalb auch schon das Faszien-Netz als Wahrnehmungsorgan.

In den Faszien-Sitzungen kann ich das lockere Bindegewebe zur "Entrümpelung" anfachen. Ich arbeite so, dass Sie das gut vertragen und die Regenerationskraft , sowie der Parasympathikus (das Entspannungssystem der Nerven) stimuliert werden, um Sie bestmöglich zu unterstützen. Bitte schauen Sie auch in die Kundenmeinungen.